Am 22. November zu Constantinopel unter dem 7. Consulate unseres Herrn Valentinianus, unseres gottesfürchtigsten Kaisers, und dem des Avienus, der erlauchtesten Männer, wurde von unserem Herrn Marcianus, dem ewigen Kaiser, an den heiligsten Bischof Leo ein kaiserliches Schreiben abgeschickt, durch welches er anzeigte, dass die, welche von demselben hochwürdigsten Manne abgesandt worden waren, freundlich aufgenommen wurden; deshalb möge er sich mit allem Frohmut dahin begeben und die Synode feiern oder, wenn ihm dies beschwerlich scheinen sollte, (es) brieflich mitteilen, damit die Bischöfe durch das kaiserliche Schreiben berufen werden und in der Stadt, wo immer es ihm gefiele, das dem Glauben entsprechende beschlossen werde. 361
Leo, dem hochwürdigsten Bischofe der Kirche der glorreichsten Stadt Rom (sendet) Macianus (seinen Gruß).
An unserem Eifer und Wunsche764 zweifelt deine Heiligkeit nicht; wir wollen ja, dass die wahre Religion der Christen und der apostolische Glaube unerschüttert bleibe und von allem Volke mit frommem Sinne bewahrt werde. Endlich zweifeln wir nicht, dass die Sicherheit unserer Herrschaft auf der wahren Religion und der Gnade unseres Erlösers beruhe. Deshalb haben wir die hochwürdigsten Männer, welche deine Heiligkeit an unsere Frömmigkeit sandte, gerne und, wie es sich ziemte, mit freudigem Herzen empfangen. Es erübriget, dass, wenn es deiner Heiligkeit beliebt, in diese Gegenden zu kommen und die Synode zu feiern, sie dies aus Liebe zur Religion zu tun geruhe; sowohl unseren Wünschen wird deine Heiligkeit entsprechen wie auch das für die heilige Religion nützliche entscheiden. Ist es (dir) aber beschwerlich, hierher zu kommen, so möge uns deine Heiligkeit dies in einem eigenen Briefe mitteilen, damit unsere kaiserlichen Schreiben durch den ganzen Orient und auch nach Thracien und Illyrien ergehen, auf dass an einem bestimmten Orte, wo es uns gefallen wird, alle heiligsten Bischöfe zusammenkommen und durch ihre Anordnung erklären, was der christlichen Religion und dem katholischen 362 Glauben förderlich ist, wie es deine Heiligkeit nach den kirchlichen Regeln festgestellt hat.