Obwohl der Papst auf das Einladungsschreiben des Kaisers zur Synode schon mit dem 29. Briefe geantwortet hatte, ist es doch leicht erklärlich, dass er bei den damals so stürmisch bewegten Zeiten fürchten musste, dass die ohnehin durch den kurzen Termin gedrängten Gesandten nicht mehr Gelegenheit haben würden, jenen Brief noch vor der Synode dem Kaiser in Konstantinopel zu überreichen, und er es daher für angezeigt erachtete, eine sich ihm nun darbietende Gelegenheit dazu zu benützen, nochmals ein Schreiben direkt nach Constantinopel an ihn zu senden.
Dass die Einheit des Glaubens und des Bekenntnisses 241 zu wahren sei. Zur ephesinischen Synode seien Gesandte abgeschickt worden, welcher persönlich beizuwohnen ihm die Not nicht gestattet.
Nachdem ich das Schreiben euerer Milde erhalten, erkannte ich, dass es der ganzen Kirche zu großer Freude gereichen müsse, dass ihr wollet, der christliche Glaube, durch welchen die göttliche Dreifaltigkeit verehrt und gepriesen wird, dürfe keine Verschiedenheit, keine Zwietracht in sich haben. Was könnte denn wirksamer den menschlichen Angelegenheiten die Barmherzigkeit Gottes erflehen, als dass seiner Majestät eine Danksagung und das Opfer eines Bekenntnisses dargebracht wird? Hierbei wird die Andacht der Priester und aller Gläubigen erst dann eine vollkommene sein, wenn in Betreff dessen, was durch den einzigen Sohn Gottes, das göttliche Wort, für unsere Erlösung vollbracht wurde, es gedacht wird, als was er selbst wollte, dass über ihn gelehrt und geglaubt werde. Obwohl es mir also keine Rücksicht gestattet, mich an dem Tage, welchen euere Frömmigkeit für das bischöfliche Concil bestimmte, einzufinden, da hiervon bisher keine Beispiele vorliegen, mir auch die Not der Zeit nicht erlaubt, die Stadt zu verlassen, besonders, da die Glaubensangelegenheit so klar ist, dass es vernünftiger gewesen wäre, von der Berufung einer 242 Synode abzustehen, so zeigte ich auch dennoch, soweit der Herr seinen Beistand zu geben sich würdigt, mich willfährig, den Anordnungen euerer Milde einigermaßen Folge zu leisten, indem ich von hier meine Brüder abordnete, welche im Stande sind, das Ärgernis dem Sachverhalte gemäße zu beseitigen, und meine Gegenwart vertreten, weil ja nichte eine solche Frage aufgeworfen ist, über die man im Zweifel sein könnte oder dürfte. Gegeben am 20. Juni unter dem Consulate des Asturius und Protogenes, der erlauchtestem Männer.