Worin sie die zweite Synode von Ephesus verwirft.
Galla Placidia, die gottesfürchtigste und berühmteste, ewige Kaiserin, (sendet) der Älia Pulcheria, der gottesfürchtigsten, ewigen Kaiserin (und) Tochter (ihren Gruß).
Dass auch wir Rom durch häufige Besuche zu sehen wünschen, hat vorzugsweise den religiösen Grund, dass wir den Orten der Heiligen unsere Gegenwart schenken, von 302 welchen es wahr ist, dass sie, obwohl sie wegen ihrer Tugend im Himmel sind, dennoch die irdischen Angelegenheiten nicht verachten. Wir hielten es also gewissermaße für einen Gottesraub, wenn wir die Ordnung der Festtage verabsäumen würden. Nachdem wir also dem seligsten Apostel Petrus unsere Gegenwart geschenkt hatten, trat daselbst, von einer Menge von Bischöfen umgeben, der hochwürdigste Papst Leo der Würde seines Amtes gemäß uns als der Erste entgegen, welcher vor Trauer und Seufzen fast ausser Stande war, uns seinen Wunsch mitzuteilen. Doch es siegte die Standhaftigkeit und Weisheit des Bischofs so dass er die Tränen ein wenig zurückhielt und uns die Angelegenheit der Glaubensverletzung als dessen Verteidiger mit deutlicher Stimme vorbrachte. Aus dieser Rede erfahren wir, dass in unseren Zeiten der katholische Glaube verwirrt worden, welchen von unserem göttlichen Vater Constantinus an die Ahnen unseres Stammes bisher bewahrten. Denn nach dem Willen eines gewissen (Mannes) soll etwas Böses gegen den Bischof von Constantinopel verübt worden sein. Wir hörten also, dass aus dem ephesinischen Concil, welches keine Ordnung des Bischofsamtes, kein Maß beobachtete,, alles ohne Rücksicht auf die Gottheit geschah, da, wie es heißt, Anmaßung und Ungerechtigkeit die Verurteilung Einiger durchsetzte, was in unseren Tagen erschrecklich ist. Es soll demnach der Glaube eigentlich herrschen, heiligste und ehrwürdige Tochter (und) Kaiserin! Deshalb wolle deine Milde dem katholischen Glauben gemäß, wie sie es stets im Vereine mit uns getan, so jetzt (mit uns) dahin trachten, dass alles, was aus jenem gewalttätigen und so unseligen Concil angeordnet wurde, mit aller Kraft beseitiget werde. Alles unversehrt bleibe und die Angelegenheit der Bischofswürde an den apostolischen 303 Stuhl gebracht werde, auf welchem der erste der Apostel, der seligste Petrus, nachdem er die Himmelschlüssel empfangen, das Hohepriestertum bekleidete. Denn wir müssen wohl in allem der unsterblichen Stadt die größte Ehrfurcht bezeugen, welche durch die ihr eigene Kraft, die Welt zu gewinnen, sich die Herrschaft errang und unserem Reiche den Erdkreis zur Regierung und Beschützung übergab.