Die folgenden drei Briefe sind die Erwiderungen auf drei unter Num. 55-57 aufgeführten kaiserlichen Schreiben; die Antworten sind eines Kaisers Theodosius würdig, der sich von dem Eunuchen Chrysaphius und dem ebenso hartköpfigen als unwissenden Eutyches so hintergehen, von Dioskorus aber zur Durchführung der ehrsüchtigen Pläne desselben so mißbrauchen ließ, dass er völlig verblendet in einem eigenen Edicte die Beschlüsse der Räubersynode feierlich bestätigte, Nestorius und Flavianus auf eine Stufe stellte und stets behauptete, nichts anderes zu tun und zu beabsichtigen, als den alten nicänischen Glauben gegen 319 die Neuerungen einiger zu verteidigen, und dies hielt er fest trotz aller Erklärungen und Versicherungen des Papstes und seiner Synode; daher auch in diesen drei Briefen stets die Erklärung wiederkehrt, in Ephesus sei alles nach Freiheit und Recht geschehen, der Neuerer Flavianus verdientermaßen abgesetzt, dadurch der Friede hergestellt und eine neue Untersuchung ganz überflüssig. Während Quesnell die drei Antwortschreiben in die obigen Briefe an Theodosius einzeln einschiebt, lassen sie die Ballerini hier aufeinander folgen, da sie mit Rücksicht auf das Datum (Ende Februar) obiger kaiserlichen Schreiben und mit Berechnung der Übersendungsfrist die Abfassung der drei Briefe des Theodosius in den April setzen; auch von diesen Schreiben haben wir nicht die Originale, sondern nur die griechische Version und eine lateinische Rückübersetzung.
Meinem Gebieter, dem ewigen Kaiser Valentiniasus, (sende ich) Thoedosius (meinen Gruß).
Sowohl die Ankunft deiner Sanftmut in Rom wie auch die von dem hochwürdigsten Patriarchen Leo vorgebrachte Bitte ist in dem Inhalte des Schreibens von deiner Majestät angezeigt worden. Für deine in Gesundheit zurückgelegte Reise nach Rom sagten wir der göttlichen Majestät gebührend Dank, heiligster Herr Sohn und ehrwürdiger Kaiser! Bezüglich dessen aber, was der genannte hochwürdigste Mann sagte, wurde an ihn ausführlich und vollständig genug, wie wir glauben, berichtet, und weiß er, dass wir in keinem Punkte von der väterlichen Religion 320 und der Überlieferung der Vorfahren abgewichen sind. Wir wollen ja nichts anderes, als dass die durch die Erbfolge auf uns überlieferten väterlichen Geheimnisse unversehrt bewahrt werden. Deshalb also, weil wir erfuhren, dass einige die heiligsten Kirchen durch eine schädliche Neuerung verwirren, beschlossen wir die Abhaltung einer Synode in Ephesus. Es wurden nun in Gegenwart der hochwürdigsten Bischöfe mit vieler Freiheit und der reinen Wahrheit gemäß sowohl die Unwürdigen vom Bischofsamte entfernt wie auch die für würdig erklärten aufgenommen. Wir sahen demnach, dass von diesen nichts gegen die Regel des Glaubens oder der Gerechtigkeit getan wurde. Der ganze Streit also ist durch das göttliche Gericht untersucht worden. Flavianus aber, welcher einer schädlichen Neuerung für schuldig befunden wurde, erhielt, was ihm gebührte. Nach seiner Entfernung herrscht voller Friede und volle Eintracht in den Kirchen und gilt nichts anderes als die reine Wahrheit.