*1. Sie sagen für das an Flavianus (gerichtete) Schreiben Dank, welches, wie sie versichern, in allen Kirchen gepriesen werde.
2. Sie überschicken eine Abschrift desselben welches Leo berichtigen und zurücksenden möge.*
Dem heiligen Herrn, dem seligsten Vater und des apostolischen Stuhles würdigsten Papste Leo (senden) Ceretius, Salonius und Veranus (ihren Gruß).
1. Cap. Nachdem wir das Schreiben euerer Heiligkeit 339 gelesen, welches ihr zur Unterweisung im Glauben verfasst und an den Bischof von Konstantinopel geschickt habt, hielten wir es für angemessen, dass wir, mit der Überfülle einer solchen Lehre bereichert, wenigstens durch ein Schreiben unseren Dank abstatten. Indem wir nämlich die Sorgfalt euerer väterlichen Liebe für uns anerkennen, erklären wir uns für den Vorgebrauch euerer Heilung dadurch mehr verpflichtet, weil wir die Wohltat der Heilmittel früher erfuhren, ehe wir das Böse kennen lernten. Weil ihr wisset, dass die Heilmittel fast schon zu spät kommen, welche schon beigebrachten Wunden aufgelegt werden, ermahnet ihr uns im Voraus durch die Stimme euerer vorsorglichen Liebe, damit wir uns mit diesen apostolischen Worten wie mit einem schützenden Gewande bekleiden. Wir erkennen vollständig, heiligster Papst, mit welch’ besonderer Liebe ihr die innersten (Gedanken) euerer Seele uns übersendet habt, deren Unversehrtheit ihr durch die Heilung anderer hilfreich unterstützet; indem ihr ferner aus den Herzen anderer das in sie eingeträufelte Gift der alten Schlange hervorziehet, rufet ihr, gewissermaßen auf der Liebeswacht aufgestellt, mit jener apostolischen Sorgfalt und Wachsamkeit (allen) laut zu, damit sich ihnen nicht unversehens der Feind ungekannt nahe, damit eine unvorsichtige Sicherheit sich nicht verwunden lasse, heiliger Herr, seligster Vater und des apostolischen Stuhles würdigster Papst! Wir, die wir dir ganz angehören, empfinden noch darüber eine große und so zu sagen unaussprechliche Freude, dass euer ausgezeichnetes Lehrschreiben in den Versammlungen aller Kirchen so gepriesen wird, dass mit wahrhaft übereinstimmendem Ausspruche aller erklärt wird, mit Recht sei die Herrschaft des apostolischen Stuhles dort aufgerichtet, von wo noch (immer) die Aussprüche solch’ apostolischen Geistes herkämen.
2. Cap. Mit euerer gnädigen Erlaubnis bitten wir 340 demnach, dass euere Heiligkeit das Werk, welches für die Gegenwart und Zukunft von Nutzen sein wird, und welches wir in der Absicht, es aufzubewahren, abschreiben ließen, durchsehen und, so sich durch einen Irrtum des Abschreibers ein Fehler eingeschlichen, verbessern möge oder, wenn ihr das allen Lesern heilsame Schreiben durch irgend einen Zusatz eueres Eifers vergrößert habt, dies in vorsorglicher Liebe diesem Schriftstücke beifügen lasset, damit nicht nur (noch) mehrere unserer Brüder, der heiligen Bischöfe in Gallien, sondern auch viele euerer Söhne aus den Laien, welche nach jenem Briefe zur klareren Erkenntnis der Wahrheit sehr verlangen, denselben, nachdem er uns zurückgeschickt und von euerer heiligen Hand verbessert ist, abschreiben, lesen und besitzen können. Bezüglich der zu diesem Behufe Abgesandten wünschen wir, wenn ihr es für angemessen erachtet, dass sie bald zurückkehren, damit, weil euer Wohlsein unsere Freude und unser Heil ist, wir uns so bald als möglich über die ersehnte Nachricht eueres Wohlbefindens erfreuen können. Von anderer Hand. Euere Krone, welche unserer Niedrigkeit gedachte, möge Christus, der Herr, bis in’s späte Alter erhalten, heiliger Herr, seligster Vater und des apostolischen Stuhles würdigster Papst!
(Ich) Ceretius, euer Schützling grüße eueren Apostolat und empfehle mich euerem Gebete.
(Ich) Salonius, euer Verehrer, grüße eueren Apostolat im Herrn und bitte, mich durch euere Gebete zu unterstützen. 341
(Ich) Veranus, der Verehrer eueres Apostolates, grüße euere Heiligkeit und bitte um euer Gebet.