*1. (Der Papst) gedenkt des an sie gerichteten Schreibens
2. Er ermahnt sie, die Sache des Glaubens zu unterstützen, und verspricht ihnen seine Sorgfalt.*
Leo, der Bischof, (sendet) dem Martinus und Faustus, Priestern und Archimandriten (seinen Gruß).
1. Cap. Dass der Urheber guter Werke und geistigen Strebens Gott sei, darüber ist kein Zweifel; er regt den Geist der Menschen an und hilft ihnen zum Handeln. Das zeigte sich uns deutlich im gegenwärtigen Falle. Denn in 317 weit von einander entfernten Gegenden fassten unsere Herzen einen Entschluss, so dass, was ihr von uns wünschtet, zu eben der Zeit wo euer Brief abgesandt wurde, (euch) entgegenkam, wenn nur unser Schreiben euerer Liebe übergeben werden konnte, welches nicht nur durch die Autorität des apostolischen Stuhles, sondern auch durch die Einstimmigkeit der heiligen, zahlreich bei uns versammelten Synode (an euch) gerichtet wurde, damit es darin offenbar werde, welch’ große Sorge wir für die ganze Kirche tragen; wir ermunterten nämlich die Seelen aller Gläubigen und forderten von den gütigsten Kaisern Schutz zur Verteidigung des Glaubens, deren gottesfürchtiger und katholischer Sinn, wie wir nicht zweifeln, den gerechten Bitten Hilfe und Unterstützung gewähren wird, damit unter dem Beistande des Herrn die verderbliche und durch die Autorität der heiligen Väter schon längst verdammte Häresie, welche jüngst in Ephesus eine böse Stütze fand, so schnell als möglich beseitiget werde.
2. Cap. Indes möge euere Liebe sich nach Kräften bemühen, dass allen Söhnen der Kirche bekannt werde, was wir gegen die gottlose Gesinnung nach der evangelischen apostolischen Lehre verkünden. Obwohl wir nämlich das, was stets die Ansicht der Katholiken gewesen und (noch) ist, vollständig geschrieben, so fügten wir doch jetzt, um die Gemüter aller zu bestärken, nicht wenige Ermahnungen hinzu. Denn ich bin dessen eingedenk, dass ich der Kirche unter dem Namen desjenigen vorstehe, dessen Bekenntnis von dem Herrn Jesus Christus verherrlichet wurde, und dessen Glaube zwar alle Häresien vernichtet 318 vorzüglich aber die Gottlosigkeit des gegenwärtigen Irrtums bekämpft; ich weiß auch, dass mir nichts anderes zusteht, als alle meine Mühe auf das zu richten, wodurch das Heil der ganzen Kirche gefährdet wird. Damit aber unser Schreiben aus Anlass irgend einer Nachlässigkeit euch nicht hätte zukommen können, glaubten wir, euch jetzt eine Kopie desselben schicken zu sollen, auf dass die Lehre des von uns verteidigten Glaubens euerer Kenntnis auf keine Weise vorenthalten werde. Gegeben am 17. März unter dem 7. Consulate des Kaisers Valentinianus und dem des erlauchtesten Mannes Avienus.