1. (Der Papst) verabscheut die Gesinnung Eutyches, wünscht, dass er sich eines Besseren besinne und so der Gemeinschaft wiedergegeben werde.
Den geliebtesten Söhnen Faustus, Martinus und den übrigen Archimandriten (sendet) Leo, der Bischof (seinen Gruß).
Da ich in Betreffs des Glaubens, welchen Eutyches in 225 Verwirrung zu bringen versuchte, von meiner Seite (Männer) absandte, welche der Verteidigung der Wahrheit beistehen sollen, hielt ich es für angemessen, auch an euere Liebe ein Schreiben zu richten, weil ich die Überzeugung habe, dass ihr für die Frömmigkeit so begeistert seid, dass ihr gotteslästerliche und gottlose Worte keinesfalls mit Gleichmut anhören könnet; lebt doch in eueren Herzen die Apostolische Unterweisung, nach welcher es heißt: „Wenn euch jemand ein anderes Evangelium verkündete, als ihr empfangen habt, der sei im Banne.“ Die Gesinnung des vorgenannten aber, welche, wie wir aus der Lesung der Akten erkannten, mit Recht verworfen wurde, erklären auch wir für eine Verabscheuungswürdige, so dass der törichte (Irr)lehrer, wenn er in seiner Bosheit verharren will, seinen Teil mit jenen hat, deren Irrtümern er folgte. Mit Recht wird der ausserhalb der Kirche stehen, welcher in Christus die menschliche, d. i. unsere, Natur leugnet. Wenn aber derselbe durch die Erbarmung des Geistes 226 Gottes sich bessert, die Gottlosigkeit seines Irrtums erkennt und das, was die Katholiken verabscheuen, mit voller Genugtuung verurteilt, so wollen wir, dass ihm Barmherzigkeit nicht vorenthalten werde, so dass die Kirche keinen Schaden erleidet, da sowohl der sich Bessernde wieder aufgenommen werden kann und der Irrtum allein ausgeschlossen werden muss. Über das Geheimnis aber der grossen Liebe, in welcher durch die Menschwerdung des göttlichen Wortes unsere Rechtfertigung und Erlösung besteht, ist unsere Meinung nach der Überlieferung der Väter in dem Schreiben, welches ich an meinen Bruder, den Bischof Flavianus, sandte, nunmehr, wie ich glaube, hinreichend erklärt, so dass ihr durch die Mitteilung eueres Bischofes erfahret, was, wie wir wünschen, gemäß dem Evangelium unseres Herrn Jesu Christi in den Herzen aller Gläubigen befestiget sein soll. Gegeben am 13. Juni unter dem Consulate des Asturius und Protogenes, der erlauchtesten Männer.